geschrieben am 15. Oktober 2008
Es
ist Dienstag der 29. Juli 2008, wieder gehe ich alleine
von der Stadt aus nach Hause. Ich fühle mich allein und
leer. Ich weiß dass Selbstmitleid einen nur noch mehr in
das Loch der Leere zieht, aber es ist traurig alleine
nach Hause zu gehen und zu wissen, dass zu Hause Niemand
auf dich wartet.
Als ich die Kolumne geschrieben habe, hörte ich „Into
the Fire“ von „Thirteen Senses“. Auch empfehlenswert,
das Lied während des Lesens der Kolumne leise im
Hintergrund laufen zu lassen:
http://www.youtube.com/watch?v=V2CKyhk9j2g
In der vergangenen Zeit habe ich miterlebt, wie
kompliziert die Liebe doch ist und wie sehr sie doch weh
tun kann. Es ist schwer jemanden zu finden, der dich,
deine Handlungen und dein Drumherum zu 100% versteht und
akzeptiert. Man mag sich zwar schnell verlieben, jedoch
entscheidet danach die Zeit ob es was fürs Leben ist
oder doch nur eine Romanze war.
Man sollte auf jeden Fall auf die Bedürfnisse des
Anderen eingehen und auch selbst immer den Mut haben,
eigene Wünsche zu nennen und Missverständnisse
aufzuräumen. Einige Menschen sagen, dass zwei sehr
unterschiedliche Menschen gut zusammen passen.
Vielleicht nur am Anfang der Beziehung, weil es
interessant ist, was der andere macht. Doch auf längere
Zeit verträgt sich das nicht. Zu wenige Gemeinsamkeiten
bringen auf Dauer Langeweile ein, was oft gegenseitig
verschwiegen wird.
Ich finde es schön andere Paare zu sehen, die Glücklich
miteinander leben. Seien es unbekannte Paare auf der
Straße, die richtig verliebt aussehen oder Paare aus dem
Freundes- und Bekanntenkreis. Natürlich ist nichts
perfekt, aber Lieben heißt auch durch schwere Zeiten
gehen. Wenn man genau die übersteht, weiß man, dass man
sich gegenseitig vollkommen liebt. Und genau dann ist
ein guter Zeitpunkt gekommen, um die gemeinsame Liebe
vor dem Altar zu besiegeln. Früher konnte ich nicht
verstehen warum man geheiratet hat: Man ist für
Ewigkeiten gebunden (klar kann man sich scheiden lassen,
aber sehen wir es mal als ewig heiligen Bund der Liebe)
und verbringt mit diesem Menschen sein ganzes Leben bis
zum Tode. Hier geht’s nicht um Steuervorteile oder
Ähnliches. Aber ich glaube jetzt weiß ich warum die
Menschen heiraten: Weil sie miteinander verdammt
glücklich sind und die Hochzeit der Höhepunkt der Liebe
ist. Durch den Schwur der ewigen Treue vor dem Altar
und/oder dem Standesamt kommen sie noch näher zu
einander!
Vielleicht mag sich das lächerlich anhören, aber ich
glaube ich bin nicht der Einzige der so lange gebraucht
hat, Liebe wirklich zu verstehen. Liebe tut gut, Liebe
tut weh. Und wenn sie weh tut dann richtig! Es fühlt
sich an, als ob man ein Messer tief ins Herz bohrt. Und
immer hinterlässt es im Herzen spuren, macht jedoch die
Zukunft dafür um so weiser. Man hat schlaflose Nächte,
denkt über den anderen nach und fragt sich, was
derjenige gerade wohl macht. Tut es ihm auch so weh?
In Zeiten von Eifersucht malt man sich leider manchmal
viel zu viele Geschichten im Kopf aus. Geschichten, die
nur noch mehr weh tun. Den Fehler darf man nicht machen.
Die Liebe ist eine große Macht, jedoch kann diese Macht
auch einem das Herz zerreißen. Liebe ist so mächtig.
dass Kriege für sie geführt wurden und auch noch werden.
Friedrich Hebbel sagte eins „Über alles hat der Mensch
Gewalt, nur nicht über sein Herz“. Dem Stimme ich zu.
Wenn man Emotionen für Jemanden entwickelt, kann man sie
nicht auf Dauer unterdrücken. Irgendwann muss man sie
demjenigen offenbaren. Oft trifft man jedoch nach langer
Zeit des Wartens nicht auf die gleichen Gefühle des
Gegenüber. Liebe kann niemals erzwungen werden aber man
sollte für die Liebe immer kämpfen! Zum Beispiel ist
eine Zwangsehe keine Liebe sondern nur ein Bund beider
Eltern um die Familiengeschichte weiterzuführen. Jedoch
sollte man, wenn man jemanden liebt, dafür kämpfen. Man
sollte auch kämpfen, wenn man schon ein Paar ist. Nie
den anderen aufgeben, denn es lohnt sich immer!
Es gibt auch die Art von Menschen, die sich nichts aus
Liebe machen. Sie sind mehr darauf aus
„Bettbekanntschaften“ zu sammeln. Aber auch diese
Menschen werden eines Tages sehen, dass sie tief im
Inneren eigentlich nach der Liebe suchen. Solchen Typus
Mensch gibt es sehr oft. Sie schlafen mit möglichst
vielen Frauen/Männern, in der Hoffnung, sich zu
verlieben. Aber meistens leiden sie dadurch nur noch
mehr. Ein schönes Beispiel liefert das Buch „Immer nur
das Eine“ von Abby Lee. Abby Lee ist eine sogenannte „Bloggerin“.
Sie wurde weltberühmt, als sie anfing, anonym ein
Online-Tagebuch über ihre sexuellen Erfahrungen zu
schreiben. So berühmt, dass sie ins Licht trat und es
als Buch veröffentlichte. Nach dem ich das Buch gelesen
hatte sah ich wieder das Muster: Sie suchte eigentlich
nur nach Liebe! Auch solche Menschen habe ich bereits in
meinem Leben kennengelernt. Sie waren eher unglücklich
mit dem was sie taten und suchten ebenfalls nur nach der
großen Liebe.
Dieses Jahr hat meine Cousine mit jungen Jahren
geheiratet. In der Kirche wurde eine schöne Geschichte
erzählt. Natürlich möchte ich sie euch nicht
vorenthalten. Liest selbst:
Das vollkommene Herz
Eines Tages stellte sich ein junger Mann in die Mitte
des Ortes und verkündete, er habe das schönste Herz im
ganzen Tal. Eine große Menge versammelte sich um ihn,
und alle bewunderten sein Herz, denn es sah vollkommen
aus. Nicht eine Schramme war daran, und nicht die
kleinste Delle. Ja, alle stimmten zu, dass dies wirklich
das schönste Herz sei, dass sie je gesehen hatten. Der
junge Mann war sehr stolz und prahlte noch lauter mit
seinem schönen Herzen.
Plötzlich trat ein alter Mann aus der Menge heraus und
sagte: ”Ach was, dein Herz ist lange nicht so schön wie
meines!” Die Menge und der junge Mann blickten auf das
Herz des Alten. Es schlug stark, doch es war voller
Narben. Stücke waren heraus gebrochen und andere
eingesetzt, aber sie passten nicht genau, und so gab es
einige raue Kanten. Tatsächlich waren da sogar mehrere
tiefe Löcher, wo ganze Teile fehlten. Die Leute starrten
darauf - wie kann er sagen, dachten sie, sein Herz sei
schöner?
Der junge Mann schaute auf das Herz des Alten, sah
seinen Zustand und lachte. “Du machst wohl Witze”, sagte
er. “Vergleich dein Herz mit meinem: Meines ist
vollkommen und deines ist voller Narben und Löcher!”
“Ja”, sagte der alte Mann, “dein Herz sieht vollkommen
aus, aber ich würde doch niemals mit dir tauschen. Weißt
du, jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine
Liebe gegeben habe. Ich nahm ein Stück von meinem Herzen
und gab es ihm, und oft gab er mir dafür ein Stück von
seinem eigenen Herzen, das den leeren Platz in meinem
ausfüllte. Aber weil die Stücke nicht genau gleich sind,
habe ich ein paar Unebenheiten, die ich in Ehren halte,
weil sie mich an die Liebe erinnern, die wir geteilt
haben.”
“Manchmal”, fuhr er fort, “habe ich ein Stück meines
Herzens weggegeben, und der andere Mensch gab mir kein
Stück von seinem zurück. Das sind die Lücken - Liebe zu
geben ist immer ein Risiko. Diese Lücken schmerzen, doch
sie bleiben offen und erinnern mich an die Liebe, die
ich auch für diese Menschen habe, und ich hoffe, dass
sie mir eines Tages etwas zurückgeben und den leeren
Platz füllen, der darauf wartet. Siehst du jetzt”,
fragte der Alte, “worin die Schönheit meines Herzens
besteht?”
Der junge Mann stand schweigend, und Tränen liefen über
seine Wangen. Er ging zu dem alten Mann, dann griff er
nach seinem perfekt schönen jungen Herzen und riss ein
Teil heraus. Mit zitternden Händen bot er es dem Alten
an. Der alte Mann nahm es an und setzte es in sein Herz,
dann nahm er ein Stück seines alten narbigen Herzens und
setzte es in die Wunde im Herzen des jungen Mannes. Es
passte, aber nicht ganz genau, so blieben einige raue
Kanten. Der junge Mann schaute auf sein Herz, das nicht
mehr vollkommen war, aber doch schöner als je zuvor,
weil Liebe aus dem Herzen des alten Mannes hinein
geflossen war.
Eine schöne Geschichte und doch so wahr. Vor dem
Altar wird gesagt „Bis der Tod euch scheidet!“. Ich habe
letztens eine Tierdokumentation über Schwäne gesehen.
Dort wurde berichtet, dass Schwäne ein Leben lang
miteinander leben und das selbst nach dem Tod eines
Partners, der Andere bis zum Tode alleine lebt. Wow… das
ist wahre Liebe!
Ich finde es gibt viel zu viele (negativ-wahrgenommene)
Faktoren die die Menschen über die Liebe entscheiden
lassen bzw. über die Wahl des Partners. „Zu weit weg?“,
„Was macht sie beruflich?“, „In was für eine Familie
lebt sie?“,“Was werden meine Freunde dazu sagen?“, etc.
Oft sind es kapitalistische Gründe aber das ist völliger
Irrsinn. Wenn man sich liebt und danach sich solche
Fragen stellt, sollte man sich selbst in Frage stellen.
Liebe kennt keine Grenzen und geht auch über
Gesellschaftsschichten, Geld, Länder und Meere hinaus.
Sein eigenes Herz teilt man mit anderen Menschen. Es
kann auch manchmal sein, dass jedoch kein „Herz“ bzw.
keine Liebe zurückkehrt. Es hinterlässt Schmerzen und
Wunden. Nach dem man sich von einem Liebesschmerz erholt
hat, denkt man wieder über die schönen Seite der Liebe
nach und wie schön sie doch sind. Es sind viele schöne
Momente die man gemeinsam erleben kann. Sei es zusammen
die Wohnung einzurichten, Hobbies zu teilen oder in
einer gemeinsamen kalten Winternacht, wenn es draußen
schneit, zusammen unter einer Decke zu liegen um sich zu
wärmen.
Vielleicht finde ich eines Tages diejenige, die alle
Wunden in meinem Herzen schließen wird und mit der ich
mein gesamtes Herz teilen kann.
In Ewigkeit - Liebe